Schnee von morgen…

Wahrnehmung von Kultur in Gesellschaft

26 November 2007 · Kommentar schreiben

Phoenix übertrug eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema im Rahmen des Gründungs-Symposiums für ein World Culture Forum 2008/2009. Schon in seiner Eröffnung sprach der Moderator Wolfgang Kenntemich davon, dass es in dieser Diskussion stark um Medien und deren Zukunft geht und vor allem um einen Generationendiskurs mit Jugendlichen, weil diese Kultur und Medien ganz anders rezipierten als die älteren Generationen. Folgerichtig zog sich dieses Thema der Integration von Jugendlichen durch die ganze Diskussion. Es ging darum, wie man junge Leute für die Kultur gewinnen könne, dass man über den Tellerrand des eigenen, oftmals elitären Diskurses blicken müsse und dass man sich ganz viel zusammensetzen und die jungen Leute einbinden müsse…

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren unter anderem:

- Stephan Sattler, Ressortleiter Kultur/Wissenschaft FOCUS, Jahrgang 1947
- Udo Reiter, Intendant Mitteldeutscher Rundfunk, Jahrgang 1944
- Karin von Welck, Kultursenatorin der Kulturbehörde Hamburg, Jahrgang 1947
- Moderation: Wolfgang Kenntemich, Chefredakteur Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks, Jahrgang 1946

Nichts gegen das Alter, aber bei soviel Reden über die Jugend hätte es nicht geschadet, zumindest einen Vertreter der so wichtigen jungen Generation einzuladen. Herr Kenntemich lud allerdings ganz modern die Zuschauer dazu ein, Fragen auf kleine Zettel zu schreiben und abzugeben. Diese würden dann während der Diskussion beantwortet. Eine gute Sache, allerdings überwog auch bei den Zuschauern die Farbe grau.

Der Moderator bedankte sich am Ende zuallererst für die Geduld der Besucher und Zuschauer.

Sehr gerne…

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Die 12-Punkte-Regel

26 November 2007 · Kommentar schreiben

Hätten die Schalker in Person von Kuranyi, Slomka, Ernst und so weiter eigentlich auch das viel beachtete Ziel von vier Siegen bis zur Winterpause ausgegeben, wenn es gegen Bayern, Stuttgart, Hamburg und Werder gegangen wäre und nicht gegen Hannover (auswärts), Bochum (zu Hause), Frankfurt (auswärts) und Nürnberg (zu Hause)?

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Es kommt darauf an, wie man es sagt

26 November 2007 · Kommentar schreiben

Diesen Satz habe ich gestern Mittag im DSF Doppelpass ungefähr 20mal gehört. Es ging am Anfang um Oliver Bierhoff und seine angeblichen Einmischungen in die Trainingsmethoden der Bundesligaclubs und die ach so modernen Methoden der Nationalmanschaft. Einer der anwesenden Sportjournalisten zeigte für einen gaaanz kurzen Moment einmal so etwas Ähnliches wie ausgewogene Neutralität, als er einwandte, dass Herr Bierhoff vielleicht nur die Trainingsraxis bei der Nationalmannschaft meinte und die Bundesligatrainer gar nicht kritisieren wollte. Dies war allerdings nur ein kurzes Aufblitzen journalistischer Grundtugenden; kurze Zeit später fiel auch dieser Herr wieder in das allgemeine Grundrauschen ein:

Es kommt halt drauf an, wie man etwas sagt.

Der Herr Bierhoff soll seine Klappe halten.

Der soll sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern (was er ja eigentlich tut, so nebenbei).

Die Bundesligatrainer arbeiten täglich mit den Spielern.

Die angeblich neuen Trainingsmethoden hat die Bundesliga schon in den Fünfzigern gemacht.

Ohne die Bundesliga könnte die Nationalmannschaft einpacken.

undsoweiterundsofort

Wenn diese Sätze von fünf verschiedenen Menschen jeweils zehnmal wiederholt werden, dann wird mir selber nur immer klarer, was bei dieser Veranstaltung gefehlt hat: eine emotional neutrale Stimme, ganz zu schweigen von der Gegenseite, in Form von Oliver Bierhoff. Auf diese Idee sind sie beim DSF wohl nicht gekommen, dass manche Zuschauer es vielleicht auch – neben der ganzen Werbeanrufeinblenderei – interessant gefunden hätten, mal jemanden mit einer anderen Meinung zu hören oder, wenn schon nicht das, dann wenigstens mal tatsächlich getätigte Aussagen von Bierhoff oder Löw (der angeblich der selben Meinung ist, nur eben ohne Schlaumeierbesserwisser zu sein) vom Band und nicht nur durch die Anwesenden wiedergegeben. Stattdessen wurde Uli Hoeneß zitiert, der ja bekanntermaßen einer der größten Bierhoff-Freunde ist. Das ist deutscher Sportjournalismus im Jahr 2007.

Und wer jetzt wieder denkt, was regst Du Dich eigentlich auf, was erwartest Du eigentlich vom DSF, dann sage ich dazu: Jörg Wontorra hat seine Karriere glaube ich nicht NeunLive begonnen. Und darüber hinaus saß dort Waldemar Hartmann von der ARD und Ralf Köttker von der Welt rum. Ich glaube nicht, dass ich zu viel von diesen Menschen erwarte.

Denn ganz unabhängig davon, wer in dieser Sache Nationalmannschaft gegen Bundesliga recht hat: Um sich eine Meinung zu bilden, muss man beide Seiten hören. Ich habe meine nämlich noch nicht vorgefertigt im Schrank, so wie die anwesenden Herren Journalisten.

Meistens kommt es eben nicht drauf an, wie man etwas sagt, sondern was man sagt und was man nicht sagt…

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