Heute früh im ARD Morgenmagazin:
Die Inflation liegt bei 3 Prozent, das ist die höchste Teuerung seit 13 Jahren. Experten warnen jedoch vor Panik. Dieser derzeit hohe Wert ist eine Folge unglücklicher Umstände. Damit sind vor allem die Erhöhung der Mehrwertsteuer und die hohen Energiepreise gemeint.
Wenn die zukünftige Inflationsentwicklung also hauptsächlich von Entscheidungen der Politiker und der Energiekonzerne abhängt, besteht ja nun wirklich überhaupt kein Grund zur Panik…
Kategorien: Der Geist der Zeit · Medien
Getaggt: Inflation. ARD Morgenmagazin
Phoenix übertrug eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema im Rahmen des Gründungs-Symposiums für ein World Culture Forum 2008/2009. Schon in seiner Eröffnung sprach der Moderator Wolfgang Kenntemich davon, dass es in dieser Diskussion stark um Medien und deren Zukunft geht und vor allem um einen Generationendiskurs mit Jugendlichen, weil diese Kultur und Medien ganz anders rezipierten als die älteren Generationen. Folgerichtig zog sich dieses Thema der Integration von Jugendlichen durch die ganze Diskussion. Es ging darum, wie man junge Leute für die Kultur gewinnen könne, dass man über den Tellerrand des eigenen, oftmals elitären Diskurses blicken müsse und dass man sich ganz viel zusammensetzen und die jungen Leute einbinden müsse…
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren unter anderem:
- Stephan Sattler, Ressortleiter Kultur/Wissenschaft FOCUS, Jahrgang 1947
- Udo Reiter, Intendant Mitteldeutscher Rundfunk, Jahrgang 1944
- Karin von Welck, Kultursenatorin der Kulturbehörde Hamburg, Jahrgang 1947
- Moderation: Wolfgang Kenntemich, Chefredakteur Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks, Jahrgang 1946
Nichts gegen das Alter, aber bei soviel Reden über die Jugend hätte es nicht geschadet, zumindest einen Vertreter der so wichtigen jungen Generation einzuladen. Herr Kenntemich lud allerdings ganz modern die Zuschauer dazu ein, Fragen auf kleine Zettel zu schreiben und abzugeben. Diese würden dann während der Diskussion beantwortet. Eine gute Sache, allerdings überwog auch bei den Zuschauern die Farbe grau.
Der Moderator bedankte sich am Ende zuallererst für die Geduld der Besucher und Zuschauer.
Sehr gerne…
Kategorien: Medien
Getaggt: Phoenix, Kultur, Podiumsdiskussion
Hätten die Schalker in Person von Kuranyi, Slomka, Ernst und so weiter eigentlich auch das viel beachtete Ziel von vier Siegen bis zur Winterpause ausgegeben, wenn es gegen Bayern, Stuttgart, Hamburg und Werder gegangen wäre und nicht gegen Hannover (auswärts), Bochum (zu Hause), Frankfurt (auswärts) und Nürnberg (zu Hause)?
Kategorien: Vom Leder ziehen
Getaggt: Fabian Ernst, Kevin Kuranyi, Mirko Slomka, Schalke 04
Diesen Satz habe ich gestern Mittag im DSF Doppelpass ungefähr 20mal gehört. Es ging am Anfang um Oliver Bierhoff und seine angeblichen Einmischungen in die Trainingsmethoden der Bundesligaclubs und die ach so modernen Methoden der Nationalmanschaft. Einer der anwesenden Sportjournalisten zeigte für einen gaaanz kurzen Moment einmal so etwas Ähnliches wie ausgewogene Neutralität, als er einwandte, dass Herr Bierhoff vielleicht nur die Trainingsraxis bei der Nationalmannschaft meinte und die Bundesligatrainer gar nicht kritisieren wollte. Dies war allerdings nur ein kurzes Aufblitzen journalistischer Grundtugenden; kurze Zeit später fiel auch dieser Herr wieder in das allgemeine Grundrauschen ein:
Es kommt halt drauf an, wie man etwas sagt.
Der Herr Bierhoff soll seine Klappe halten.
Der soll sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern (was er ja eigentlich tut, so nebenbei).
Die Bundesligatrainer arbeiten täglich mit den Spielern.
Die angeblich neuen Trainingsmethoden hat die Bundesliga schon in den Fünfzigern gemacht.
Ohne die Bundesliga könnte die Nationalmannschaft einpacken.
undsoweiterundsofort
Wenn diese Sätze von fünf verschiedenen Menschen jeweils zehnmal wiederholt werden, dann wird mir selber nur immer klarer, was bei dieser Veranstaltung gefehlt hat: eine emotional neutrale Stimme, ganz zu schweigen von der Gegenseite, in Form von Oliver Bierhoff. Auf diese Idee sind sie beim DSF wohl nicht gekommen, dass manche Zuschauer es vielleicht auch - neben der ganzen Werbeanrufeinblenderei - interessant gefunden hätten, mal jemanden mit einer anderen Meinung zu hören oder, wenn schon nicht das, dann wenigstens mal tatsächlich getätigte Aussagen von Bierhoff oder Löw (der angeblich der selben Meinung ist, nur eben ohne Schlaumeierbesserwisser zu sein) vom Band und nicht nur durch die Anwesenden wiedergegeben. Stattdessen wurde Uli Hoeneß zitiert, der ja bekanntermaßen einer der größten Bierhoff-Freunde ist. Das ist deutscher Sportjournalismus im Jahr 2007.
Und wer jetzt wieder denkt, was regst Du Dich eigentlich auf, was erwartest Du eigentlich vom DSF, dann sage ich dazu: Jörg Wontorra hat seine Karriere glaube ich nicht NeunLive begonnen. Und darüber hinaus saß dort Waldemar Hartmann von der ARD und Ralf Köttker von der Welt rum. Ich glaube nicht, dass ich zu viel von diesen Menschen erwarte.
Denn ganz unabhängig davon, wer in dieser Sache Nationalmannschaft gegen Bundesliga recht hat: Um sich eine Meinung zu bilden, muss man beide Seiten hören. Ich habe meine nämlich noch nicht vorgefertigt im Schrank, so wie die anwesenden Herren Journalisten.
Meistens kommt es eben nicht drauf an, wie man etwas sagt, sondern was man sagt und was man nicht sagt…
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Getaggt: Doppelpass, Oliver Bierhoff, Nationalmannschaft, Bundesliga
Das schöne neue Internet wird zum wahren Jungbrunnen für Themen suchende Spiegel- und Focus-Redakteure. Da man schließlich nicht jede Woche mit einem Mörder-Aufmacher in die Kioske (Kiosks…?…Kiosken…?…) kommen kann, geschieht es immer wieder mal, dass die Nachrichtenmagazine die ein oder andere neue Generation ausmachen und große rauszubringen versuchen. Ob es diese Generationen überhaupt gab oder jemals geben wird oder sich vielleicht sogar gegenseitig ausschließen, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.
Leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern, zu welchen Generationen ich selber schon gehörte, auf jeden Fall war irgendetwas mit Altersarmut, Digital, Spaß, Ernst, Kinder- Arbeits-, Zukunfts- und Hoffnungslosigkeit, Erben, X, Y und Z dabei. An die Reihenfolge kann ich mich nicht mehr erinnern, ist wohl auch genauso unerheblich wie die Frage ihrer grundsätzlichen Existenz.
Der Dortmunder Soziologe Daniel Tepe schüttet nun laut Heise noch ganz viel mehr Wasser auf darbende Journalistenmühlen:
Das Internet bringt nach Einschätzung des Dortmunder Soziologen Daniel Tepe immer mehr neue Jugendszenen hervor. “Es gibt Szenen, die vor allem im Internet stattfinden – wie zum Beispiel die der Online-Rollenspieler”, sagte Tepe der dpa. Die Videoplattform YouTube spiele dabei eine große Rolle. “Die ist voll von Videos aus Jugendszenen”, meinte der an der Universität Dortmund forschende Wissenschaftler. Alte Szenen würden verstärkt in die digitale Datenwelt abwandern. Dort entstehe etwa die moderne Version einer antifaschistisch orientierten Szene (”Antifa”). Aber auch neue Gruppen würden sich online zusammenfinden.
Dann werden wir also in Zukunft ganz geniale Titelstories lesen dürfen, von neuen Versionen bereit durchgekauter Generationen wie den digitalen Spaßmachern, den digitalen Ernsthaften, den digitalen Hoffnungslosen und den digitalen Digitalen…und von völlig Neuen wie den Social Networkern, den Social Gamern, Social Shoppern, den Social Lovers und den Social Singles…
Kategorien: Der Geist der Zeit · Medien
Getaggt: Focus, Spiegel
Nicht nur sportlich und finanziell…nein, auch skandal- und medientechnisch gesehen halten langsam, aber sicher bayerische Verhältnisse an der Weser Einzug…
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Getaggt: Carlos Alberto, Sanogo
“Ich glaube nicht, dass er Rudi Völler oder mir ein X für ein U vormachen kann. Er wäre gut beraten, diese permanenten Schlaumeiereien für sich zu behalten.”
leider schon wieder Uli Hoeneß, Manager des FC Bayern
…ist aber einfach zu schön, dieses Zitat…
Kategorien: Schnee von morgen
Erstens, bin ich der Meinung, haben wir gar keine schlechte Stimmung und zweitens bin ich der Meinung, dass genau diese zwei Gruppierungen hauptverantwortlich dafür sind, dass wir gar keine gute Stimmung haben, weil sie das gar nicht wollen.
Uli Hoeneß, Manager des FC Bayern München
Kategorien: Schnee von morgen
Die Tagesschau vor 20 Jahren ist eine Quelle andauernder Verwunderung, woran ich komischerweise wieder denken musste, als ich mir gestern das unsägliche Interview von Uli Hoeneß bei Blickpunkt Sport im Bayerischen Fernsehen anhörte. Ich war nämlich verrückt genug habe es nämlich tatsächlich geschafft, auch den zweiten Teil des Interviews durchzustehen, in dem es dann um wesentlich interessantere Themen ging, als den Streit um und mit den Fans des FC Bayern, nämlich um Personalmeldungen, Trainermeldungen und natürlich um die Krise der Bayern. Und dort sagte Uli Hoeneß einen Satz (so oder so ähnlich), der mich nostalgisch werden ließ:
Wenn jede Krise des FC Bayern auf dem 1. Platz endet, dann habe ich kein Problem.
Auf diesen Satz folgte tatsächlich Lachen und nicht nur das andauernde nervös anbiedernde Lachen der sogenannten Journalistin Müller-Reinhardt, sondern tatsächlich auch aus dem Publikum…wie kann man, selbst als eingefleischter Bayern-Fan und Bayern 3-Zuschauer darüber noch ernsthaft lachen…?
Aber zurück zur Tagesschau. Wenn diese vor 20 Jahren in ihrem Sportteil einen kurzen Bericht über den FC Bayern gehabt hätten, hätte Herr Hoeneß genau den gleichen Satz sagen können (wahrscheinlich hat er es auch gesagt)…und wahrscheinlich hätten schon damals Leute vor dem Fernseher gesessen und gedacht: Ach komm, Uli, erzähl doch mal nen neuen Witz!
Ein anderes, immer gerne genommenes Thema bei der Tagesschau von heute und vor 20 Jahren, wo mir die Ähnlichkeit zwischen jetzt und früher und darüber hinaus die Seltsamkeit des Menschen auffällt, ist der Nahostkonflikt. Seit 20 Jahren hat sich da nichts Substanzielles geändert und es wird sich wohl nichts ändern. Leider gibt es das Format “Tagesschau in 20 Jahren” nocht nicht…
Je älter ich werde, desto klarer reift in mir der Gedanke, dass sich nicht wirklich etwas ändert in der Geschichte der Menschheit. Natürlich gab es immer Ausschläge nach oben und nach ganz unten und die wird es immer geben. Ansonsten gleicht die Geschichte der Krone der Schöpfung wohl eher einem schlechten Privatsender, in dem immer wieder die gleichen schlechten Filme laufen und nur ab und zu ist eine Perle darunter, die man gerne wieder einmal sehen würde, aber nach zehn Minuten merkt, dass man den Film schon auswendig kennt und einem auch keine neuen Wendungen auffallen…
Aber abschließend noch mal zu den wichtigen Themen: Uli Hoeneß wurde tatsächlich schon 1979 mit 27 Jahren Manager von Bayern München!?!?!?
Kategorien: Der Geist der Zeit · Medien · Vom Leder ziehen
Getaggt: FC Bayern München, Isabella Müller-Reinhardt, Tagesschau vor 20 Jahren, Uli Hoeneß
Als ich diese Überschrift von Sport1 in meinem Feedreader las, fielen mir sofort Titel ein wie:
“Er kann’s ja doch”
“Die Geburt einer Stürmerlegende”
“Warum nicht gleich so?”
“Nelson Valdez meldet: Ich bin wieder da!”
Doch der Artikel hielt, wie so oft bei den knallharten Journalisten von Deutschlands größtem Sportportal, nicht, was die Überschrift versprach:
Nelson Valdez hat beim klaren 5:1-Erfolg Paraguays gegen Ecuador den Führungstreffer für sein Team erzielt.
Der Angreifer von Borussia Dortmund brachte seine Mannschaft bereits in der 9. Minute auf Siegkurs.
Kategorien: Medien · Vom Leder ziehen
Getaggt: Länderspiel, Nelson Valdez